Archive for Juni, 2010

Logistik-Dienstleister Nr. 1

Donnerstag, Juni 24th, 2010

Also wenn DHL meint, sie wären Logistik-Profis, dann würde ich gerne mal erklärt bekommen, wie es eine logistische Profihandlung sein kann, wenn ein Paket, was nicht in die defekte Packstation eingeliefert werden kann, planmäßig ganze 19 Stunden benötigt, um den Luftlinie etwa 8 m entfernten Lagerraum der benachbarten Postfiliale zu erreichen.

Hochgerechnet auf die Entfernung Hamburg-München (ca. 800km) würde die Laufzeit eines Paketes 1,9 Millionen Stunden betragen, was in etwa 217 Jahren entspricht. Scheinbar schlägt hier auch bei DHL die Jack-Daniels-Philosophie durch: „Manchmal ist es das Beste, einfach gar nichts zu tun!“

Nachtrag:

Eine ganze Woche später habe ich nach dreimaliger Nachfrage drei Anrufe von der 01803 365365 bekommen, die ich aber leider nicht annehmen konnte. Irgendwann habe ich dann überlegt, doch mal dort anzurufen. Es ist ein Packstatio-Callcenter. Interessant fand ich die Nachricht, die mir nicht per SMS oder Email zugestellt werden konnt: „Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass ihr Paket verloren gegangen ist. Bitte wenden Sie Sich an den Absender, damit der einen Nachforschungsantrag stellt.“

Mehrere Fragen dazu:

– Ist diese Nachricht erfahrungsgemäß so traumatisch, dass der Normalkunde im Anschluss professionelle psychologische Betreuung benötigt? Warum habe ich dann keine Telefonseelsorge erfahren?

– Hat DHL nicht die Kontaktdaten des Versenders, um diesem selber mitzuteilen, dass sie ihren Auftrag nicht ausführen konnten?

Und zu dem Thema den Absender kontaktieren: Das letzte Mal, als ich dies zu dieser Sendung tat,  hat der mir in eine Mail den Text kopiert, der auf der Seite angezeigt wurde, über die ich Kontakt aufgenommen habe. Der Service-Center des Absenders strotzt also auch nicht gerade von Kompetenz.

„Ökosystem“

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

Als ich eben diesen Artikel las, war ich entsetzt. Der Anwalt David Rosenblum, der offensichtlich einige der klagenden Unternehmen vertritt, wird durch folgenden Satz charakterisiert: „Es gebe im Golf „ein ganzes Ökosystem von Unternehmen, die durch dieses Moratorium jeden Tag geschädigt“ würden.“

Wie kann man allen ernstes gerade in der Region des Golfs von Mexiko von einer Schädigung des „Ökosystems“ von Unternehmen reden, wo das wirkliche Ökosystem gerade von genau diesem Unternehmensverband quasi ausgelöscht wird? Dieser Hohn bei der Verwendung dieses Ausdruckes ist aus meiner Sicht noch um einiges verschärft zu den Aussagen und Handlungen von Tony Hayward zu diesem Thema.

Nicht, dass ich kein Verständnis für die persönliche Situation der betroffenen Familien habe, die Kredite abzuzahlen und Lebensmittel einzukaufen haben, von dem Geld, was ihre Firmen nun nicht mehr erwirtschaften können. Aber an dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, ob sie für den vor ihrer Küste gefangenen Fisch tatsächlich bereit wären, noch Geld zu zahlen.

Wie kann man mit dieser Katastrophe vor Augen ernsthaft fordern, dass erstmal alles so weitergehen soll wie bisher? Dieses „Ökosystem“ hat seit seiner Entstehung Zeit gehabt, solche Auswirkungen zu vermeiden, hielt dies aber aus Gewinnmaximierungsgründen nicht für notwendig. Wie kann man sich dann ernsthaft beschweren, wenn sich eine höhere Instanz einmischt? Würden diese Unternehmen einer Baufirma, der soeben ein Haus eingestürzt ist, tatsächlich den Auftrag zum Bau des Familiensitzes erteilen?

Elektronik Schrott frei Haus

Donnerstag, Juni 10th, 2010

Ich gebe zu: Ich bin ein Geizhals! Entgegen der Saturn-Werbung ist das zwar weder geil, noch – wie es heute heißen würde – sexy, aber ich komme nicht aus meiner Haut. Deswegen ist B-Ware auch kein Tabu für mich. Damit habe ich bislang auch nur gute Erfahrungen gemacht. Bislang. Bei Medion zum Beispiel.

So sieht B-Ware allerdings in den Augen eines Ebay-Händlers aus. Für mich ist das Elektronik-Schrott, der mit 5,26 Euro zwar nicht wirklich teuer war (Versand inklusive), aber die Preisgestaltung eines Händlers kann ja nun nicht das Problem des Kunden sein.

Elektronik Schrott

Ich bin mal gespannt, ob ich Ersatz bekomme. Den Pin zurückbiegen werde ich mir jedenfalls sparen, denn nach allem was ich über Metall, Strom und Brandschutz gelernt habe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Pin nach dem Zurückbiegen mit erhöhter Wärmeproduktion an dieses Erlebnis erinnert und somit die Brandgefahr steigt, mehr als hoch.

Update:

Habe eben die Nachricht erhalten, dass ein Ersatzteil unterwegs ist. Tut mir jetzt fast Leid, dass ich so unwirsch reagiert habe…