Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Wahl-O-Mat

Freitag, August 23rd, 2013

Wahl-O-Mat

Ich bin ja ehrlich kein besonders politischer Mensch, aber was soll ich denn aus so einem Wahl-O-Mat-Ergebnis ableiten? Ich weiß, es ist nicht als Wahlempfehlung gedacht, aber wenn die maximale Übereinstimmung mit meinen Vorstellungen bei einer Partei bei 60% liegt, bedeutet das doch auch, dass 40% des Parteiprogrammes eben nicht meinen Vorstellungen entsprechen. Also muss ich den ganzen Müll, den die nebenbei (und vermutlich mit Priorität) vorantreiben, als Wähler glatt mit tragen (mit der Begründung: „Du hast sie schließlich gewählt“).

Das erinnert mich an den Studentenstreik von 1997 oder 98, als es primär darum gehen sollte, gegen die Einführung von Studiengebühren zu protestieren. Das hielt ich für eine gute Sache und reihte mich in die Streikposten ein. Allerdings wurden dann Forderungen in den Streik eingebunden, bei denen sich einem normal arbeitendem Verstand die Nackenhaare kräuseln: Keinerlei Zugangsbeschränkungen bei freier Studienortwahl, Abschluss- und Jobgarantie. Ja, wenn das Leben so einfach wäre…

Zum Glück lebe ich ja nicht in Bayern, aber ich befürchte bei der Bundestagswahl wird das nicht anders ausfallen. Und wie reagiere ich darauf, wenn es keine Partei gibt, die meine Interessen in ausgewogener Art und Weise vertritt? Dann wähle ich also zwischen einem großen und einem etwas geringerem Übel. Bei aller Kompromissbereitschaft fällt mir dabei nicht schwer, die Menschen zu verstehen, die vor dem Hintergrund lieber gar nicht erst wählen gehen. Und ehrlich gesagt ist mir das sogar lieber, als wenn jemand sein Kreuzchen aus demokratischer Bürgerpflicht bei demjenigen macht, der den schönsten Kugelschreiber verschenkt oder das intelligenteste Wahlversprechen macht.

Statistik ist nichts wert…

Samstag, Februar 18th, 2012

Heute habe ich beim Pokern gewonnen. Und zwar gegen zwei Asse auf der Hand mit einer 5 und einem König, zu denen sich dann noch zwei 5en gesellten. Insgesamt gab es dreimal 2 Asse auf die Hand, und alle drei Spiele wurden verloren.

Einstein hatte recht

Freitag, Juli 1st, 2011

mit dem, was er über die zwei (vermutlich) unendlichen Dinge sagte. Anders kann ich mir nicht erklären, warum bei einer so existenziellen Frage wie der Atomkraft auch heute noch keine Einigkeit besteht.

Wenn ich heute lese, wie unterschiedlich Presse und Bevölkerung (vertreten durchprofilierungsgetriebene Foristen) den Ausstieg vom Wiedereinstieg bewerten – wobei ja immer noch die Frage offen ist, in wie weit die Presse überhaupt werten darf -, dann frage ich mich, wie man allen Ernstes die noch so geringste Chance auf die Verstrahlung eines Gebietes – bestenfalls der Größe des Saarlandes – für den potentiellen Wohlstand in Kauf nehmen kann. Und das sage ich als nicht-Vater, dem die Zukunft dieses Landes, des Kontinentsund gar der ganzen Weltfast völlig egal sein könnte. Irgendestwas müssen meine Eltern bei meiner Erziehung falsch gemacht haben, dass ich meinen Mitmenschen und meiner sonstigen Umwelt gegenüber soviel Respekt zeige, dass ich dafür meinen persönlichen Vorteil außer Acht lasse.

Zurück zum Thema: Wie ist es um die intellektuellen Fähigkeiten der Atomkraft-Befürworter gestellt, wenn die Begründung der Sicherheit deutscher Atomkraftwerke nach Fokushima lautet: „Hier gibt es aber keine Tsunamis!“ Genau diese Ignoranz gegenüber möglichen Risiken hat uns doch die Ereignisse in Fokushima eingebracht. Abstrahieren gehört aber offensichtlich nicht zur Stärke unserer führenden Geister in Wirtschaft und Politik – oder sie verbergen diese Fähigkeit im Dienste ihrer Shareholder sehr erfolgreich.

Die Wahrnehmung und Bewertung eines Risikos ist eben abhängig von den Alltagserfahrungen – und eine Atomkatastrophe entzieht sich diesem Bewertungsmaßstab – zum Glück! Fakt ist, dass bei allen menschlichen Eigenschaften – begonnen mit mangelnder Fantasie für mögliche Ereignisse (wer hätte vor einem Jahr geglaubt, dass Deutschland 2022 ohne Atomkraft darstehen würde?), über die Möglichkeit des Irrtums bis hin zu Faulheit und allen anderen Formen von Oportunismus – eine Technik mit solchen potentiellen Auswirkungen nicht beherrschbar ist. Wenn letztendlich eine fehlende Schraube oder eine Schweißnaht für den Tod und das Leid von so vielen Menschen verantwortlich sein kann, wer findet sich, der dafür die Verantwortung übernimmt. Die Politiker, die das vordergründig tun, sind ja per Gesetz vor ihren Irrtümern geschützt. Sonst hätte wohl kein vernünftiger Mensch dem Entsorgungskonzept der „Asse“ zugestimmt.

Ich weiß, welcher Aufwand in AKW’s zur Sicherstellung der Sicherheit getrieben wird – dennoch findet sich nicht ein Versicherer, der bereit wäre, das Risiko zu tragen. Wenn dann andererseits vom „Tod des Kapitalismus“ gesprochen wird, wenn die Politik entscheidet, dieses Risiko nicht mehr der Allgemeinheit aufzubürden – denn so ist die Rechtslage zur Zeit – dann verstehe ich es nicht. Jeder Unternehmer muss das Risiko, das mit seinen Geschäftstätigkeiten verbunden ist, selber tragen. Meiner Meinung nach könnten wir an der Stelle gerne den Atomkonzernen den Weiterbetrieb ihrer ach so günstigen Kraftwerke erlauben, wenn sie nachweislich den potenziellen Schaden decken können und die Entsorgungskosten dauerhaft selbst übernehmen – was die Sicherung der noch nicht gefundenen Endlagerstätten für die nächsten hunderttausend Jahre einschließt. So könnte das „Recht am Eigentum“, auf das sich E.ON und RWE berufen, gewahrt bleiben und die Atomkraftwerke ausgeschaltet – absolut im Einklang mit den Mechanismen des Kapitalismus.

Meine Güte, was ist mit unserer Wirtschaftselite los, dass die Verantwortung ihren Shareholdern und der eigenen Kasse gegenüber soviel schwerer wiegt als die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die ihnen ihren Wohlstand erst ermöglicht.

„Dann lösen Sie eine zweite Finanzkrise aus“

Dienstag, Februar 8th, 2011

Was möchter der geneigte Anwalt damit sagen?

In diesem Artikel wird darüber berichtet, dass eine Verurteilung zur Zahlung von Schadensersatz, weil die Deutsche Bank ihrer Beratungspflicht nicht ausreichend nachgegangen ist, den Signalwert in ähnlichen gleich gearteten Klagen haben würde, wodurch die Banken dann natürlich kräftig zur Kasse gebeten würden.

Allerdings sehe ich das Versäumnis bei der Abwägung der Konsequenzen seiner Handlung hier weniger bei dem Adressaten der Nachricht, nämlich dem urteilenden Richter, sondern eher auf Seiten der Banken, die hier offenbar aus Profitgier ihren Kunden Geschäfte angeboten haben, welche diese nicht nur nicht durchschauen konnten, sondern die noch dazu ausgerechnet den vermittelnden Banken unabhängig vom Ausgang für den Kunden einen beinahe unanständig hohen Anteilan Geld einbringen.

Hier die Verantwortung für das eigene Handeln derartig von sich zu weisen, ist dem Image der Deutschen Bank sicherlich nicht zuträglich. Persönlich würde ich mich von dem Anwalt ungern ein zweites Mal vertreten lassen.

Dieses Beispiel zeigt aber auch noch ein weiteres Phänomen, nämlich wie hochgradig subjektiv unsere Medien berichten. In der Anhörung sind sicherlich noch etliche weitere Äußerungen gefallen, aber diese schlagzeilenträchtige  schafft es als einzige auf den Titel. Hier lässt sich der Eindruck einer politischen Meinungsmache durch scheinbare Objektivität mittels der Kunst des selektiven Weglassens nicht gänzlich ausmerzen.

Stoßgebet

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Lieber Gott,

gib mir die Weisheit,
einige Menschen zu verstehen,
die Geduld sie zu ertragen,
die Güte ihnen zu verzeihen,
aber bitte gib mir KEINE Kraft!
Denn wenn ich Kraft habe,
haue ich ihnen aufs Maul!

 

 

WikiLeaks

Dienstag, Dezember 7th, 2010

Was tut WikiLeaks eigentlich?

Sehen wir mal von den offensichtlichen Urheberrechtsverletzungen ab, aufgrund derer nun einige Anbieter die Inhalte von ihren Servern entfernen „durften“,

was ist illegal an den Veröffentlichungen?

Es ist offensichtlich, hier wurde das Vertrauen der Ersteller der Dokumente auf deren Geheimhaltung gebrochen.

Warum ist das aber illegal?

Ganz allgemein geht es um den Schutz vorMissbrauch einer Information. Schwer vorzustellen, wie eine Information, die nun aber allen zugänglich ist, missbraucht werden kann. Und ich denke, dies ist der Ansatz, der Assange mit seiner Idee verfolgt.

Alle Informationen haben einen höheren Wert, solange sie nicht jedem zugänglich sind. Werden nun die Informationen „entwertet“, indem sie allen zur Verfügung gestellt werden, wo liegt da der globale Schaden? Provokant, aber konsequent zu Ende gedacht eine echte Alternative. Selbst die Abschaffung von Unternehmensgeheimnissen würde global gesehen nur positive Auswirkungen haben, wenn es auch lokal gesehen die Entwicklungsarbeit, die der Erkenntnis von „neuen“ Informationen vorrausgeht, in ein Ungleichgewicht bringt. Da stellt sich die Frage nach der Motivation, wobei eine nachhaltige Zukunft für den Planeten und seine Bewohner zwar eine schöne Vorstellung ist, der dritte Porsche in der Garage aber eine ungleich höhere Anziehungskraft darstellt. Ja, ich denke man kann davon ausgehen, dass sich die Geschwindigkeit des Fortschrittes ohne Porsches sich durchschnittlich nicht nur auf der Straße verlangesamen würde. Zum Stillstand kommen würde er aber nicht, dafür ist der Mensch seiner Natur nach viel zu neugierig und faul. Langsamerer Fortschritt verbrennt aber auch weniger Ressourcen und ist in sich zuverlässiger, wie man an den immer kürzer werdenden Produktzyklen und die damit verbundene Zuverlässigkeit der Produkte unschwer erkennen kann.

Was soll man nun von WikiLeaks halten?

Einerseits gilt es natürlich „kleinstaatliche“ Interessen zu wahren. Außerdem ist eine Bloßstellung von Personen (die hier als berichtende nur eine untergeordnete Rolle spielen) immer mit dem Risiko einer ungerechtfertigten Diffamierung verbunden. Inwiefern das „System“ zu den Handlungen der einzelnen beiträgt, mag manchmal außer Sicht geraten. Letztlich muss sich aber jeder einzelne immer wieder erneut die Frage stellen, welche Werte des System, in dem er sich befindet, für ihn persönlich vertretbar sind und welche er aufgrund seines Werteverständnisses ablehnt. Insofern Respekt vor denjenigen (in den meisten Fällen Diplomaten), die sich nun nicht in Entschuldigungen verstricken sondern zu den Ränkespielen stehen, die aufgedeckt wurden.

Andererseits sollte in einer globalen Welt doch auch mit weitgehend offenen Karten gespielt werden können. Wenn also „geheime“ Dokumente veröffentlicht werden, in denen „vertraute“ Quellen in Misskredit gezogen werden, dann darf man sich doch auch nicht beschweren. Lügen und vorspielen falscher Tatsachen gilt dochwohl in fast allen (westlichen) Kulturen als verwerflich und nicht erstrebenswert. Hingegen gibt es im arabischen Raum ja das Verständnis, dass zu einer Täuschung immer zwei Seiten gehören, die sich die „Schuld“ zu gleichen Teilen teilen. Auch wenn ich grundsätzlich einen gewissen Charme dieses Gleichheitsgrundsatzes teilweise erliege, bin ich aufgrund meiner kulturellen Prägung in letzter Konsequenz eher an der Ansicht orientiert, dass es das Leben viel einfacher macht, wenn man ehrlich und offen miteinander umgeht und dabei Kompromisse aushandelt, die beiden Seiten weh tun, aber auch für beide Seiten erträglich bleiben.

Das nun gerade der Heilsbringer der westlichen Welt, die geschätzten und geachteten USA, die Freiheit, Demokratie und Frieden in alle reinprügeln, die sie nicht haben wollen,  sich den eher westlichen Werten Ehrlichkeit und Offenheit so massiv entgegenstellen, indem eine erstarkte – wenn auch zum Glück immer noch nicht mehrheitsfähige – Sarah Palin den Gründer von WikiLeaks auf eine Stufe mit den Terroristen von AlQuaida stell, dann lässt das zwei Wertungen zu:

1. Die konsequente Verbreitung, Beachtung und Verteidigung aller als Ideale propagierten Werte der westlichen Welt ist genauso gefährlich wie deren Abschaffung.

2. AlQuaida ist gar nicht an der Zerschlagung, sondern an der Verbreitung und Stärkung der Werte der westlichen Gesellschaften interessiert.

Ich tendiere  dabei zu der ersten Interpretation, denn wie durch Bush jr. eindrucksvoll bestätigt wurde, ist das amerikanische Volk gerne bereit, Werte wie Ehrlichkeit und Menschenrechte für persönlichen Profit oder zurDurchsetzung der eigenen Ideologie in den Wind zu schreiben. Traurig, wo sie doch so stolz auf die legendäre Ehrlichkeit ihres ersten Präsidenten Georg Washington sind.

Die Frage, die WikiLeaks aufwirft, die aber nur die Gesellschaft beantworten kann: Wer darf entscheiden, welche Informationen wem zugänglich sind? Schließlich wird auch von WikiLeaks wie von jedem Presseorgan permanent gefiltert, welche „geleakten“ Informationen veröffentlicht werden sollen.