Archive for September, 2010

Stuxnet

Donnerstag, September 23rd, 2010

 Also bei der Diskussion über „Stuxnet“ ist meiner Meinung nach ein entscheidender Gedankenfehler beteiligt:

Wieviel Nutzen muss so ein Angriff einem Geheimdienst bringen, um dafür folgende 2 Dinge zu riskieren:

1. Die Wirtschaftsmacht eines Quasi-Monopolisten wird geschwächt, nach den Theorien ja sogar im eigenen Land.

2. Weitere Angriffe werden aufgrund des wachsenden Verständnisses für die Anfälligkeit solcher weit verbreiteten Systeme erschwert.

Was ich meine: Es gibt in der Reihe der Betroffenen einige auch für die Geheimdienste nicht unbedingt als „Bauernopfer“ zu sehende, die einen Schaden durch diese Attacke erleiden, unter anderem einen Verlust von Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Ob die Systeme von Siemens jetzt auf dunklen Pfaden in den Iran gelangt sind, und ob die Windows-Versionen Raubkopien sind, trägt einfach gar nichtsdazu bei, ob sie von dem Angriff betroffen sind oder nicht.

Möglicherweise – um mal Verschwörungstheorien zu entfalten – sind die Interessen von Microsoft aber auch gar nicht finanzieller Natur, wie viele schon lange vermuten, und Bill träumt in Wirklichkeit tatsächlich von der Weltherrschaft. Und damit ihm zwischendurch nicht die Ressourcen ausgehen, schließt er einen Pakt mit dem Teufel der CIA.

Vertretermethoden

Donnerstag, September 9th, 2010

Jetzt bin ich etwas überfragt, wie konkret ich hier werden kann, ohne selbst rechtliche Konsequenzen befürchen zu müssen, denn gerichtsfeste Belege für die folgende Geschichte habe ich leider nicht. Ich habe ihr bloß persönlich beigewohnt:

Zum Heben einer (großen) Last sollte zur Austarierung ein Hydraulik-Zugzylinder eines namhaften deutschen Herstellers zwischen Traverse und Last verwendet werden. Als betreuender Arbeitsschutzdienstleister sollten wir die Unterlagen der beauftragten ausführenden Firma im Namen unseres gemeinsamen Auftraggebers prüfen, dem Inhaber der betroffenen Anlagen.

Die ausführende Firma konnte – oder wollte – keine Bedienungsanleitung für die Zugylinder vorlegen, aus der hervorgeht, dass diese als Hebezeuge geeignet sind. Aufgrund einiger anderer Unstimmigkeiten bei der Planung des Hebevorganges haben wir dann parallel ganze 45 Minuten benötigt, die Betriebsanleitung zu bekommen. Inklusive der telefonischen Bestätigung, dass der Hersteller grundsätzlich keine Hebezeuge fertigt und somit ein Heben mit den Bauteilen nicht zulässig sei.

Der Moment für einen ruhmlosen Rückzug wäre gekommen, aber die ausführende Firma hat uns stattdessen ihren Vertreter des Hydraulik-Herstellers auf den Hals gehetzt, der nach zwei Telefonaten und Rücksprache im eigenen Hause dann schließlich verlauten ließ, dass

– keine Bestätigung für die Nutzung als Hebezeug ausgestellt werden kann, da eine Sicherheitseinrichtung dafür fehle, aber

– bereits mehrfach Hebearbeiten mit Zugzylindern dieses Typs erfolgreich durchgeführt wurden. Es „würde schon halten“.

Also ich bekomme da Angst: Da verkauft ein Vertreter wissentlich Material, was nicht bestimmungsgemäß verwendet wird. Und schlimmer noch, es ist keine Frage des Papiers, sondern es fehlt tatsächlich eine wesentliche Sicherheitseinrichtung! Da tröstet mich auch nicht der sicherlich gutgemeinte Rat des Vertreters recht wenig, den Bereich unter der Last frei von Personen zu halten, dann könne ja niemand zu Schaden kommen, falls das System doch versagt.

Aus meiner Sicht hat das System bereits versagt, wenn so ein Verkäufer auf Kosten des Lebens oder zumindest der Lebensqualität seiner Kunden Profit macht.

Ich habe Kontakt zu dem Hersteller aufgenommen und ihn von dem Verhalten seines Vertreters in Kenntnis gesetzt. Nicht falsch verstehen, ich möchte nicht, dass der Mann entlassen wird, aber ihm sollte klar (gemacht) werden, dass es Menschenleben sind, die er da gefährdet.

Seriös

Sonntag, September 5th, 2010

Man kann ja so einiges erleben, wenn man heutzutage eine Ware erstehen möchte.

Hier möchte ich heute  aber weder auf den Zustand eingehen, dass man häufiger gefühlte Stunden anstehen muss, um sein Geld gegen überteuerte Produkte zu tauschen,  noch auf die Gespräche anderer Kunden oder gar mit den Kassierern in Warteschlangen, ich möchte von einem Autokauf(-versuch) erzählen:

Bis dass der TÜV uns scheidet – das ist leider oft genug all zu wahr. Ein neues altes Auto musste her, der Preisrahmen und auch die anderen Ansprüche waren schnell abgesteckt und die Suche konnte beginnen. Im unteren Preissegment, wo man noch brauchbare Fahrzeuge erstehen kann, so bis 5000,- etwa. Um die 100.000km und 10 Jahre alt, mit mehr als 100PS. Eigentlich nicht all zu schwierig, würden die Fahrzeuge nicht alle nach Afrika verschifft.

Umso erfreuter war ich, als ich einen Händler ausmachte, bei dem gleich mehrere Fahrzeuge in Frage kamen. Also bin ich dort vorbeigefahren und habe mich mal umgesehen. Als ich ihn (Typ: geschminkter Türke) dann auf ein bestimmtes im Internet entdecktes Fahrzeug angesprochen habe, hat er mich vielleicht zur Sau gemacht. Das stände auf dem anderen PLatz, sie wären gerade mitten im Umzug und man könne nur einen Platz angeben. Außerdem hätte ich doch gefälligst vorher anrufen sollen, dann hätte ich das schon erfahren. Ich könne mir das Fahrzeug dort aber anschauen. Ich habe den Platz natürlich nicht gefunden. Dieses Erlebnis wäre im Grunde Anlass genug gewesen, mit diesem Menschen keine Geschäfte zu machen. Dummerweise sind die Alternativen aber zu rar.

Ein paar Tage später hatte ich mir Unterstützung für eine Probefahrt organisiert. Um nicht wieder so angefahren zu werden wie beim ersten Mal rief ich vorher an. Am Telefon erhielt ich den nächsten Anschiss: Ich solle doch gefälligst vorbeikommen, dann würden wir gemeinsam zu dem anderen Platz fahren, dann könne ich auch meine Probefahrt machen. Wohlgemerkt von der selben Person, die vorher angerufen werden wollte.

Am Platz angekommen war der Chef nicht da, sondern auf dem anderen Platz. Wir guckten uns ein anderes Fahrzeug an, dass auch in Frage kommen würde. Als er dann endlich auftauchte und wir um eine Probefahrt mit dem Fahrzeug auf dem anderen Platz baten, lehnte er dankend ab, er sei heute schon 15 Mal hin und her gefahren. Wir hatten eine Anreise von 60km und schilderten ihm dass wir auf jeden Fall eines seiner Autos kaufen wollten, nur eben noch nicht ganz sicher seien, welches. Wir sollten uns doch erstmal auf ein Auto konzentrieren und das dann kaufen oder nicht, war sein Vorschlag.

Nach einigem hin und her überredeten wir ihn, uns zu begleiten und eine Probefahrt machen zu dürfen. Er machte aber zur Beingung, dass wir auch seriös seien. Wohlgemerkt, ich hatte das dritte Mal Kontakt aufgenommen, wir hatten 70 km Anfahrt, wir hatten klar gemacht, dass wir heute ein Auto kaufen wollten, und last but not least: All seine Unfreundlichkeitenund Unprofessionalität hat uns noch nicht auf dem Absatz kehrt machen lassen.

Der Wagen – laut Anzeige in Topzustand – stellte sich als abwrackprämienverschmähtes Gefährt heraus. Aber er hatte auch ncoh einen Mondeo und einen Passat auf dem Platz. Also haben wir uns den Mondeo angeschaut und einen Rostfleck auf der Motorhaube entdeckt. Der Chef hat gleich seinen Lackstift rausgeholt und das „beseitigt“, damit „der nächste Kunden das nicht entdeckt“ (O-Ton!). Trotzdem haben wir noch eine Probefahrt mit dem Auto gemacht, nach seinen Worten einmal vom Hof und die Straße rauf und runter (Industriegebiet, aber nicht wirklich aussagekräftige Strecke). Also haben wir wenigstens einen Ausritt auf die Landstraße unternommen und dabei festgestellt, dass weder der Motor kraftvoll genug noch die Klimaanlage funktionstüchtig ist. Beides erwähnt ging er auf den Defekt nicht ein, und die Motorleistung schob er auf uns, wir wüssten nicht, wie man Auto fährt, er wäre den Wagen gefahren und er sei wirklich Sahne. Nunja, auf der Fahrt zu dem Platz hat er gezeigt, dass er auch mit untermotorisierten Kleinwagen im Industriegebiet nahe 90 km/h fahren kann, unter Aufbietung von Drehzahlen oberhalb des Maximums. Naja, jedenfalls versuchten wir ihn, uns auch den Passat nochmal fahren zu lassen, aber er wollte dann doch kein Auto verkaufen und schob das dann wieder auf uns. Er hätte gleich gewusst, dass wir kein Auto kaufen würden.

Wenn ich mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster lehne, dann war vermutlich die Frage nach der Probefahrt sein Signal für diese Vermutung. Wer auf eine Probefahrt besteht, stellt einfach zu hohe Ansprüche für sein Angebot.

Fazit: Wer im Kölner Raum ein Auto im Preisbereich 5000 Euro sucht, sollte einen riesigen Bogen um den Händler mit dem größten Angebot machen!