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Wahl-O-Mat

Freitag, August 23rd, 2013

Wahl-O-Mat

Ich bin ja ehrlich kein besonders politischer Mensch, aber was soll ich denn aus so einem Wahl-O-Mat-Ergebnis ableiten? Ich weiß, es ist nicht als Wahlempfehlung gedacht, aber wenn die maximale Übereinstimmung mit meinen Vorstellungen bei einer Partei bei 60% liegt, bedeutet das doch auch, dass 40% des Parteiprogrammes eben nicht meinen Vorstellungen entsprechen. Also muss ich den ganzen Müll, den die nebenbei (und vermutlich mit Priorität) vorantreiben, als Wähler glatt mit tragen (mit der Begründung: „Du hast sie schließlich gewählt“).

Das erinnert mich an den Studentenstreik von 1997 oder 98, als es primär darum gehen sollte, gegen die Einführung von Studiengebühren zu protestieren. Das hielt ich für eine gute Sache und reihte mich in die Streikposten ein. Allerdings wurden dann Forderungen in den Streik eingebunden, bei denen sich einem normal arbeitendem Verstand die Nackenhaare kräuseln: Keinerlei Zugangsbeschränkungen bei freier Studienortwahl, Abschluss- und Jobgarantie. Ja, wenn das Leben so einfach wäre…

Zum Glück lebe ich ja nicht in Bayern, aber ich befürchte bei der Bundestagswahl wird das nicht anders ausfallen. Und wie reagiere ich darauf, wenn es keine Partei gibt, die meine Interessen in ausgewogener Art und Weise vertritt? Dann wähle ich also zwischen einem großen und einem etwas geringerem Übel. Bei aller Kompromissbereitschaft fällt mir dabei nicht schwer, die Menschen zu verstehen, die vor dem Hintergrund lieber gar nicht erst wählen gehen. Und ehrlich gesagt ist mir das sogar lieber, als wenn jemand sein Kreuzchen aus demokratischer Bürgerpflicht bei demjenigen macht, der den schönsten Kugelschreiber verschenkt oder das intelligenteste Wahlversprechen macht.