Archive for April, 2010

Konsequenz

Donnerstag, April 22nd, 2010

Ich habe noch mal über konsequentes Management nachgedacht. Wenn ein Mitarbeiter für ein einmaliges Fehlverhalten, was daraus besteht, dass eine vierte oder fünfte Barriere nicht errichtet wurde, während er selbst mindestens zwei weitere (funktionstüchtige) erstellte und noch mindestens eine weitere funktionierende existierte, bereits mit einem Werkverbot belegt wird, ist das dann in etwa so, als würde ich meinen Neuwagen wegen einmaligem Aufblinken (oder nicht-Aufblinken) einer Warnleuchte gleich verschrotten?

Würde ich dem Stück Technik an dieser Stelle nicht mindestens einmal eine Chnace auf Besserung (Sprich: Reparatur) eingestehen? Bringe ich damit einem Stück Technik mehr Respekt entgegen als einem lebenden Menschen? Oder schmeißt ein konsequenterManager tatsächlich gleich alle nicht-funktionierenden Anlagen aus seinem Werk?

Pilotenentscheidung

Dienstag, April 20th, 2010

Hatte ganz vergessen, meinen Senf zum abgestürzten polnischen Präsidenten abzugeben.

Sollte es tatsächlich so sein, dass der letzte Pilot aufgrund einer fachlich einwandfreien Entscheidung seinen Job verloren hat, muss ich bei aller Bestürzung über das persönliche Leid der Angehörigen der Opfer nur trocken feststellen, dass hier die Insassen ihren Tod wissentlich und willentlich in Kauf genommen haben. Und dass der aktuelle Pilot leider nicht charakterstark bzw. vermögend genug war,  diese Katastrophe abzuwenden.

Vulkanasche

Dienstag, April 20th, 2010

Als Sicherheitsingenieur kann ich die Empörung über das Flugverbot so rein gar nicht nachvollziehen. Sicherlich ist die Frage nach der Gefährlichkeit der Aschewolken noch ungeklärt. Aber muss in so einem Fall nciht zunächst vom Schlimmsten ausgegangen werden? Wer kann ernsthaft fordern, das Flugverbot aufzuheben, wenn eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit bleibt, dass auch nur ein Flugzeug dadurch beschädigt werden könnte!?

Das führt wieder direkt zu meiner Lieblingsfrage: Was ist ein Menschenleben wert?

Irren ist menschlich

Dienstag, April 20th, 2010

… vergeben göttlich!

Insofern ist es beruhigend zu erfahren, dass Unternehmensleitungen äußerst menschlich handeln – oder wenigstens sehr ungöttlich, wenn es diesen Begriff überhaupt gibt.

Habe eben ein Update bekommen, was die Rolle des Managements angeht. Nicht die Unternehmensleitung entscheidet, wer hier geht, sondern allein der Mitarbeiter, der ein Fehlverhalten begeht und einsieht. Wobei ich nicht weiß, was schwerer wiegt: Das Begehen oder das Einsehen.

Tatsächlich fühlt sich das Management hier wohl als Opfer der Inkompetenz der Handwerker. Wenn diese sich doch einfach an die Regeln halten würden, dann wäre man nicht gezwungen, sie vor sich selbst zu schützen und sie des Werkes zu verweisen. Woraufhin sie dann auf Baustellen geschickt werden, wo nicht so viele auf sie aufpassen, um dort ungestört mit ihrem Fehlverhalten fortfahren zu können.

Soziale Verantwortung sieht in meiner Welt irgendwie anders aus. Auch Respekt, der hier als Grundwert auf diversen Papieren steht. Respekt den Handwerkern gegenüber, die hier Tag für Tag für immer weniger Geld die Anlagen am Laufen halten, aus deren Betrieb die Manager ihre Familien ernähren. Aber auch Respekt der eigenen Organisation gegenüber, deren selbst geschaffene Strukturen per Order-de-Mufti ad absurdum geführt werden, womit man ja nicht nur die Organisation als solche in Frae stellt, sondern auch den Mitarbeitern vor den Kopf schlägt, die sich ausgibig und keinesfalls leichtfertig mit einem sehr unliebsamen Thema beschäftigt haben.

Wenn man also als Management die Entscheidung eines eigens für diese Art von Entscheidungen eingesetzten Gremiums überstimmt, dann <ironie an> finde ich es tatsächlich nicht fair, wenn  man auf der anderen Seite für diese Entscheidung verantwortlich gemacht wird und als Bumann dasteht.  </ironie aus>

Motivation auf Management

Montag, April 19th, 2010

Also zunächst: Der Inhalt eines Blogs ist gleich in mehrfacher Hinsicht Sprengstoff. Insbesondere unter dem Anspruch, kritisch zu sein. Ich komme deshalb darauf, weil ich politische Äußerungen zu meinem Momentanen Auftraggeber machen möchte, die einem potentiellen zukünftigen Arbeitgeber, der schon bei oberflächlicher Recherche auf diesen Blog stoßen wird, davon Abschrecken könnte, sich so einen „Nestbeschmutzer“ ins Haus zu holen.

Wer sich von Arbeitgeberseite hier wiedererkennt: Nehmt einen anderen, ich bin kein guter Speichellecker!

Worauf ich hinaus will: Letzte Woche wurde ein Mitarbeiter des Werkes verwiesen, der eine Absperrung nicht angebracht hat. Konsequenz eben. Ob der Mitarbeiter sich darüber bewusst war oder nicht – egal. Ob der Auftraggebende Betrieb überhaupt weiß, dass der Mitarbeiter gegen eine Hauptregel verstoßen hat – egal.

Heute ging es dann um die Empfindlichkeit von Meßeinrchtungen an Rohrleitungen. Als Beispiel wurde eine Geschichte erzählt, in der ein Mitarbeiter versehentlich eine Messeinrichtung beschädigte und sein Ungeschick sogleich dem Betrieb meldete, der daraufhin alle Maßnahmen zum sicheren Weiterbetrieb eingeleitet hat. Der anwesende Vertreter des oberen Managements stellte die Frage, ob dieser Mitarbeiter nach dem Ereignis weiter für das Unternehmen tätig war – und hat damit jede Chance darauf zunichte gemacht, dass einer der Anwesenden jemals wieder ein Mißgeschick seinerseits öffentlich macht.

Stellt man den Mitarbeiter vor die Wahl, ein Missgeschick, was weitreichende Folgen haben könnte, zu melden und damit schlimmeres zu vermeiden – dafür aber den Job zu verlieren – oder aber das zu verschweigen, schlimme Dinge geschehen zu lassen und dass im Nachhinein seine (Nicht-)Beteiligung an dem ganzen festgestellt wird – so dass er dafür seinen Job verliert…

Und jetzt die Preisfrage: Wofür wird der Mitarbeiter sich in einer solch offenen, fehlertoleranten Struktur entscheiden?

Im Krieg gibt es Tote…

Samstag, April 3rd, 2010

Tja, wer hätte das gedacht? Da geht man zur Armee, und irgendwann wird man in einen Kampfeinsatz geschickt. Wer hätte jetzt ernsthaft damit rechnen können? Und wer von den Befehlsgebern, allen voran unsere Oberbefehlshaberin Angela, hätte damit rechnen können, dass im Krieg gestorben wird?

Und am überaschensten ist, dass dabei auch Verbündete getötet werden, und das auch noch von den eigenen Leuten. Wenn ich mich recht erinnere, dann sind im 1. Irak-Krieg mehr Amerikaner durch „Friendly Fire“ getötet worden als durch den Gegner.

Nicht, dass ich nicht mit den betroffenen fühle und mich das grundsätzlich bedrückt, dass Menschen töten und getötet werden. Aber das ist nunmal das Risiko, was jeder Beteiligte ganz bewusst eingegangen ist. Der Bundeswehrsoldat, der sich hat verpflichten lassen, der afghanische Soldat, der seine Familie verteidigen will, der General, der die Truppen befehleigt und nicht zuletzt unsere Bundeskanzlerin und alle anderen Politiker, die einem Einsatz in Afghanistan zugestimmt haben. Und die, die ohnehin immer dagegen waren, haben auch keine passenden Alternativen vorgelegt, die in unserem demokratischen System eine Mehrheit gefunden hätte.