Archive for Februar, 2009

Schule aktuell

Montag, Februar 23rd, 2009

Inspiriert von dem vorherigen Artikel „gegen Lehrermangel“ möchte ich kurz die aktuelle Situation an unseren Schulen schildern, so wie sie sich mir darstellt (nicht represäntativ):

Wussten Sie schon, dass…

… die Einladungsreihenfolge zum Vorstellungsgespräch ausschließlich von der Abschlussnote des Lehramtsanwärters abhängt?

… die Entscheidung, ob ein Lehrer angestellt oder beamtet wird, mehr von seinem Gewicht abhängt, als von seinen didaktischen Fähigkeiten? Er kann aber für eine Folgeuntersuchung kurzfristig abspecken, um dann doch Beamter zu werden – das <ironiemodus an> gewährleistet natürlich eine robuste Gesundheit zur Verringerung des Krankenstandes unter Beamten! <ironiemodus aus>

… ausbildende Lehrer (Ausbildungskoordinatoren) genauso wenig eine Ausbildung für Ihre Aufgabe bekommen wie die meisten Führungskräfte in der freien Wirtschaft?

… Schüler (inzwischen) alle ihre Rechte auswendig aufzählen können, von Schulleitung, Kollegium und Eltern aber niemals auf die Einhaltung ihrer Pflichten hingewiesen werden (dürfen)?

… 80% der neu eingestellten Lehrer ihre Stundenzahl nach ein bis zwei Jahren auf bis zu 50% reduzieren, weil sie die Vor- und Nachbereitung sonst nicht auf einem für ihre Vorstellung angemessenen Stand durchführen können?

… Unpünktlichkeit „gesellschaftlich akzeptiert“ ist (Zitat eines Lehrers zum Thema „zu spät zum Unterricht erscheinen“)?

… Lehrern die Erteilung von Hausaufgaben untersagt wird, weil die Schüler sich ihre Zeit nicht einteilen können?

gegen Lehrermangel

Montag, Februar 23rd, 2009

Heute stieß ich auf die Idee unserer aktuellen Bildungsministerin, die doch tatsächlich vorschlägt, „die besten Mitarbeiter der Wirtschaft“ für einige Stunden Unterricht von ihren Arbeitgebern freistellen zu lassen, um den Lehrermangel in den Griff zu bekommen. Außerdem soll so die Qualität des Unterrichtes gesteigert werden, da die Abiturnoten der jetzigen Lehrer alles andere als besonders gut seien. (Quelle)

Da fallen mir spontan einigePunkte ein, diemir nicht gründlich durchdacht scheinen:

  1. Der beste Bauingenieur, Architekt oder gar Arzt ist nicht unbedingt ein überdurchschnittlich guter Lehrer.
  2. Als Vorbilder können solche Spitzenkräfte der Wirtschaft (deren Gehälter sicherlich ähnlichSpitze sind) den Trend, nicht Lehrer werden zu wollen, eigentlich nur verstärken, so dass wir langfristig immer weniger „qualifizierte“ Lehrer für unsere Zukunft haben werden.
  3. Spitzenkräfte der Wirtschaft zeichnen sich nicht unbedingt durch ausgeprägte soziale Kompetenzen aus, wodurch mir wieder Angst und Bange wird, was aus der Jugend wird, die solche Leute zum Vorbild hat.
  4. Die Top-Manager haben uns (und die gesamte Weltwirtschaft) mit ihren überdurchschnittlichen Fähigkeiten dorthin gebracht,  wo wir heute sind: An den Rande des Abgrundes! Was genau soll unsere Jugend von denen lernen? Wie man ohne Weitblick möglichst viel in die eigene Tasche wirtschaftet und alle anderen den Bach runtergehen lässt? (s. 3.)

Ich könnte diese Liste noch um einige Punkte ergänzen, aber der Kern ist – glaube ich – mit diesen 4 Punkten erfasst.

Abschließend möchte ich die Meinungsarchitekten – die ich mit meinen GEZ-Gebühren finanziere – dazu auffordern, zukünftig bitte eine ausgewogene Berichtserstattung in Erwägung zu ziehen. Argumente, die für diese Idee sprechen, werden nämlich nicht genannt (auch wenn mir zugegeben auch keine einfallen, außer dass es den Staat „nichts“ kostet).

Und nebenbei: Es werden sicherlich keine besonders vielversprechenden Schüler motiviert, auf Lehramt zu studieren, wenn demnächst für engagierte und leistungsstarke Lehramtsanwärter die Möglichkeit zur Verkürzung der Probezeit vor der endgültigen Übernahme ins Beamtenverhältnis wegfällt. Motiviert höchstens weitere „College-Versager“ (wie es in Futurama heisst) dazu, nachmittags frei zu machen (frei nach Dieter Nuhr).

Heimliche Morde

Mittwoch, Februar 4th, 2009

Nachdem ich bereits einige Zeit vor Weihnachten von meiner Liebsten eine Xbox360 bekommen habe, weil diese bereits im Schrank stand und sie fürchten musste, dass ich zu Weihnachten bereits eine zweite angeschafft hätte, baue ich nun so langsam eine Spielesammlung dafür auf.

Aktuellste Errungenschaft in dieser Hinsicht ist „Assassins Creed“, und ich muss schon sagen, das ist unglaublich fesselnd. Ich möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören, durch die Gassen zu streichen und über die Dächer zu springen. Einzig das Flaggensammeln ist etwas lästig. Die Templer sind wenigstens mal eine kleine Herausforderung im Kampfsystem, ich befürchte aber, dass mir letztendlich ein oder zwei zum Abschluss des Achievements fehlen werden…

Termine und Speditionen

Mittwoch, Februar 4th, 2009

Es ist einfach ziemlich bequem, im Internet einzukaufen. Günstiger ist es meist auch, und wenn es um große Dinge geht, werden diese auch direkt nach Hause gebracht.

Was liegt also näher, als gerade einen Wäschetrockner im Internet zu bestellen. Für ein paar Euro mehr gab es ein Modell, das mehr kann und dann auch noch bis zum Aufstellungsort gebracht wird. Gutes Angebot!

Gesagt – Bestellt.

Eine Woche später rief dann auch endlich die Spedition an, um einen Liefertermin zu vereinbaren. Das hat soweit ganz gut geklappt, auch wenn mir eine etwas genauere Zeitangabe als 8:00-14:00 Uhr schon schön gewesen wäre. Naja, waren ja eh‘ Ferien.

Der Trockner landete im Waschkeller, ich unterzeichnete auf dem elektronischen Block und der Fahrer war wieder weg. Neugierig fiel ich über das Gerät her und bemerkte sofort nach öffnen der Verpackung, dass ein Seitenblech total verbeult und die Frontblende zersplittert war. Zum Glück habe ich den Fahrer noch erwischt, der im Nachhinein etwas zu heftig leugnete, dass er damit nichts zu tun hatte. Er hat mir nach kurzer Diskussion auf dem Lieferschein den Schaden quittiert, mitnehmen wollte er das Ding – nach meiner Unterschrift – allerdings auch nicht mehr. So begann ein langes und zähes Warten.

Der Online-Händler hat am gleichen Tag noch die Abholung in Auftrag gegeben. Da lag also kein Problem vor. Die beauftragte Spedition meldete sich dann auch gleich nach 2 Wochen bei uns. Der Disponent wollte als erstes Wissen, ob der für die Abholung geplante Wagen den Weg zu unserer Haustür schaffen würde. Da ich weder Hellseher noch Kraftfahrer von Beruf bin, war ich mit der Beantwortung dieser Frage genauso überfordert wie mit der nach der Wetterlage in drei Tagen. Auch die Frage nach dem Zeitfenster für die Abholung hat er nicht sofort beantworten wollen. Schließlich sind wir so verblieben, dass er sich nochmal melden würde.

An einem Mittwoch (3 Wochen nach Auslieferung) sollte nun der Trockner wieder abgeholt werden. Sollte! Das Zeitfenster 12:00-16:00 Uhr war ja schon etwas genauer, aber als um 16:30 uhr immer noch niemand in Sicht war, folgte dann ein meinerseits etwas erzürnter Anruf im Callcenter der Spedition. An der Strippe hatte ich den „Abteilungsleiter“, das behauptete er jedenfalls von sich. Nach hin und her einigten wir uns auf eine Abholung am Freitag ab 14:00 Uhr, damit ich nicht noch einen Tag freinehmen musste. Das versprochene Telefonat, welches noch vor der Abholung erfolgen sollte um zu bestätigen, dass der Fahrer unterwegs sei, blieb allerdings – wie erwartet – aus. Immerhin war gegen 15:00 Uhr der Fahrer da und hat die Abholung zügig und zu unserer Zufriedenheit abgewickelt.

Anschließend sind wir zum Mediamarkt gefahren, haben einen Trockner aus dem Angebot (für 40€ weniger) ins Auto geladen und am selben Abend noch angeschlossen.

Das Geld war am Mittwoch nach der Abholung des Gerätes auf meinem Konto, so dass ich dem Händler nur nochmals einen ausgezeichneten Service attestieren kann. Die Wahl seiner Spedition allerdings war nicht sehr geschickt, da ihm der Umsatz mit mir nun verloren ging. Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass er bereits die beste Möglichkeit gewählt hat…

Medienquellen

Mittwoch, Februar 4th, 2009

Als ich letzte Woche die Bildzeitung über den „Angriff“ auf Dieter Bohlen bei DSDS berichtete, wurde mir etwas flau.

Ganz abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum Bohlen um sein Leben bangt, bloß weil ihm ein Verehrer nachsteigt, begreife ich in keinster Weise, wieso die BILD über ein (mindestens) eine Woche zurückliegendes Ereignis so berichtet, als sei es gerade erst passiert. Schließlich wurden eine Woche vor dem Bericht in der BILD bereits Ausschnitte des Angriffs in der Programmvorschau gezeigt.

Vollends ins stottern bin ich aber erst geraten, als ich ein paar Tage später in diesen Pseudo-Informationsdienst-Seiten (die GMX, 1und1, etc. mit „aktuellem“ Content  versorgen) eine „News“ zu einem Beitrag aus Gallileo vom Vortag gefunden habe. Ja recherchiert die Presse heute nur noch im Fernsehen?

Wieso werden uns offensichtlich „weltbewegende“ (weil Titelseite) Nachrichten erst Wochen nach der Entdeckung/ dem Geschehen mitgeteilt? Weil die Medienkonzerne zunächst die Fernseh-Vermarktung ausschlachten müssen? Weil kein Mensch mehr das „Attentat“ auf Bohlen bei DSDS sehen will, wenn Monate vorher der Attentäter in der BILD interviewt wurde?