„Ökosystem“

Als ich eben diesen Artikel las, war ich entsetzt. Der Anwalt David Rosenblum, der offensichtlich einige der klagenden Unternehmen vertritt, wird durch folgenden Satz charakterisiert: „Es gebe im Golf „ein ganzes Ökosystem von Unternehmen, die durch dieses Moratorium jeden Tag geschädigt“ würden.“

Wie kann man allen ernstes gerade in der Region des Golfs von Mexiko von einer Schädigung des „Ökosystems“ von Unternehmen reden, wo das wirkliche Ökosystem gerade von genau diesem Unternehmensverband quasi ausgelöscht wird? Dieser Hohn bei der Verwendung dieses Ausdruckes ist aus meiner Sicht noch um einiges verschärft zu den Aussagen und Handlungen von Tony Hayward zu diesem Thema.

Nicht, dass ich kein Verständnis für die persönliche Situation der betroffenen Familien habe, die Kredite abzuzahlen und Lebensmittel einzukaufen haben, von dem Geld, was ihre Firmen nun nicht mehr erwirtschaften können. Aber an dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, ob sie für den vor ihrer Küste gefangenen Fisch tatsächlich bereit wären, noch Geld zu zahlen.

Wie kann man mit dieser Katastrophe vor Augen ernsthaft fordern, dass erstmal alles so weitergehen soll wie bisher? Dieses „Ökosystem“ hat seit seiner Entstehung Zeit gehabt, solche Auswirkungen zu vermeiden, hielt dies aber aus Gewinnmaximierungsgründen nicht für notwendig. Wie kann man sich dann ernsthaft beschweren, wenn sich eine höhere Instanz einmischt? Würden diese Unternehmen einer Baufirma, der soeben ein Haus eingestürzt ist, tatsächlich den Auftrag zum Bau des Familiensitzes erteilen?

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