Bei einer Sitzung für eine Gefährdungsbeurteilung saßen (fast) wie vorgesehen 6 Experten beisammen, ich war einer von diesen. Mal abgesehen davon, dass weder die eigentlichen Akteure (der Betrieb) ihr Erscheinen für nötig hielten noch dass der Moderator eher Schriftführer war und die Moderation von einem Kollegen übernommen wurde, wusste keiner so genau, wie man jetzt vorgehen soll. Aber das macht mir weniger Sorgen, als mitzuerleben, wie diese 6 Experten mit gefährlichem Halbwissen auf den Fachgebieten der anderen Schwachstellen im Gesamtkonzept aufgefunden haben. Von meiner Meta-Ebene aus betrachtet sah das so aus, als würde eine Gruppe Hühner wild nach irgendwelchen Körnern picken. Die Frage, die sich mir aufdrängte, war die nach den wirklich nahrhaften, nicht gefundenen Körnern.
Im Grunde hat das System wunderbar funktioniert, denn wir haben in einer Gruppe ganz konstruktiv verschiedene Punkte aufgeworfen und Aufgaben verteilt. Mich wurmt lediglich, dass es einzig und allein vom Zufall abhängig ist, ob die Gefahr, die nun in 10 Jahren zu einer Verletzung eines Mitarbeiters führt, von den Experten wahrgenommen wurde. Diese stochastische Herangehensweise macht mich als strukturierten Denker eben etwas nachdenklich.