LIDL – Der Sozial-Discounter

Nachdem Lidl ja seine Werbung zurückziehen musste, in der die Arbeitsbedingungen gepriesen wurden, unter denen die Lidl-Angebote gefertigt werden, gibt es aus meiner Sicht ein weiteres Eigentor.

Als ich heute (nach etwas längerer Zeit) mal wieder zum Lidl bin, standen 3 Leute vor der Tür, die mir unbedingt einen Flyer in die Hand drücken wollten. Hinter ihnen (neben dem Ausgang) waren Gitterboxen mit bunt gewürfeltem Inhalt aufgebaut. Nach einiger Zeit schnallte ich, dass es sich um einen Aktion der „Tafel“ handelte, in der dazu aufgefordert wurde, irgendeinen Artikel mehr zu kaufen und diesen in eben jene Boxen zur Verwendung bzw. Verteilung durch die Tafel zu spenden.

Die Werbewirksamkeit dieser Aktion wage ich in Zweifel zu ziehen. Der durchschnittliche Lidl-Kunde hat offensichtlich nicht wirklich viel für die Tafel über, denn nur einige Tage nach Einführung der Spendentaste für die Tafel an den Leergutrücknahmeautomaten wurden diese durch eine kaum zu untergreifende Abdeckung geschützt. Offensichtlich gab es wohl mit einigen Kunden einen gewissen Stress, die unwillkürlich an die Tafel spendeten statt ihren Leergutbon an der Kasse einlösen zu können.

Diese Kunden dürfen nun Artikel, die in den nächsten 2 Tagen ablaufen werden, mit 30% Preisnachlass selber kaufen, um diese dann der Tafel zu spenden. Wollte sich Lidl ernsthaft für die sozial schlechter gestellten Mitbürger einsetzen, wäre dann ein Hinweis darauf, dass es eben keine Preisnachlässe bei Frischwaren gibt, weil die Reste der Tafel gespendet werden, nicht wirkungsvoller – vorrausgesetzt die Produkte würden dann auch gespendet – als der Beweis, dass dem Konzern ein verlorener Kunde, der sich beim Einkaufen nicht vorhalten lassen möchte, dass er unsozial ist, weniger wichtig ist als fast abgelaufene Lebensmittel als Spende durch andere Kunden sponsorn zu lasse?

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