Auf einer meiner Baustellen werden sich zur Zeit Auftraggeber und Auftragnehmer nicht so recht einig, wie die geplanten Arbeiten sicher durchzuführen sind.
Weil ich ein Verfechter offener Kommunikation bin und es nicht leiden kann, wenn bei so wichtigen Themen wie Arbeitsschutz nicht konstruktiv zusammengearbeitet wird, habe ich mich gedanklich mal wieder auf Ursachensuche gemacht. Nach einigem Überlegen und der Anwendung von NLP-Grundlagen fand ich zumindest eine gemeinsame Basis der beiden Parteien. Folgende Glaubenssätze finden sich in beiden Organisationen:
- Die Gesundheit der Mitarbeiter ist das höchste Gut und dieses gilt es zu schützen!
- Beim Gesundheitsschutz darf also nicht gespart werden, es sei denn, dadurch würden Arbeitsplätze gefährdet, weil der Profit nicht mehr zur Befriedigung der Shareholder ausreicht.
Der zweite Glaubenssatz klingt blasphemisch, ist aber im Kern sogar nach dem Willen des Gesetzgebers, der ja lediglich angemessene Maßnahmen nach dem Stand der Technik fordert und sogar davon Abstand nimmt, wenn es wirtschaftlich nicht tragbar ist.
Dumm nur, wenn in einer Situation für den Auftraggeber der erste Satz ganz oben steht, während der Auftragnehmer bereits den zweiten Satz zu erfüllen sucht. Fremdes Geld „auszugeben“ fällt eben leichter.
Aber abgesehen davon liegt die Herausforderung zur Lösung der Differenzen in einem gemeinsamen Bewertungssystem. Nicht nur das tatsächliche Risiko wird hier von beiden Parteien unterschidlich eingeschätzt, sondern auch die Wirksamkeit der gewählten Maßnahmen.