Wenn ich mir die jüngste Berichterstattung zu dem Disput zwischen Schröder und Bush antue, frage ich mich allen ernstes, ob da über die Glaubwürdigkeit von Politikern diskutiert wird.
1. Politiker sind in erster Linie Ihren Parteien gegenüber verantwortlich. Da muss offensichtlich schon einmal gegen die eigene Überzeugung vorgegangen werden, um an anderer Stelle Kompromisse zu erreichen.
2. Gewählte Politiker müssen auf eine gewisse Art populistisch agieren, denn die Wähler sind nicht nur dumm, sondern vergessen darüber hinaus auch nur all zu schnell (zum Beispiel die – nicht umgesetzten – Wahlversprechen von der letzten Wahl)
3. Was wir als „Normalsterbliche“ über die Wahrheit erfahren, ist lediglich das, was uns die Medien mit all ihren Filtern und Eingriffsmöglichkeiten glauben macht. Wer setzt sich nach einem Artikel über die Auswirkungen von geplanten Steueränderungen denn hin und rechnet die Beispiele anhand der offiziellen Angaben, die man sich zunächst auch erst noch verschaffen muss, selber nach? An den Stammtischen dieser Welt wird doch lediglich reproduziert, was uns von den Medien vorgekaut wurde und uns einigermaßen plausibel erscheint. Wer anderes tut ist gleich ein „Verschwörungstheoretiker“.
Oder um es noch drastischer auszudrücken: Wer die Memoiren von Bush liest, erwartet doch hoffentlich nicht mehr als eine unterhaltsame Geschichte, so wie etwa dieErzählungen über einen gewissen Herrn Münchhausen.
Ich sollte meine Kritik ernst nehmen und meine Energie in produktiveres Umlenken, als mich mit solchen Dingen zu beschäftigen!